geschnittene Gurken und Tomaten

4 Jahre transkulturelle integrierte Rehabilitation

Eine Erfolgsgeschichte.
Anfang des Jahres stellte die Celenus Klinik Bad Herrenalb in den Räumlichkeiten der evangelischen Akademie in Bad Herrenalb ihre Behandlungsergebnisse im Rahmen des vierjährigen Bestehens des Spezialkonzeptes zur Behandlung von psychosomatisch erkrankten Patienten mit türkischem Migrationshintergrund einem breiten geladenen Publikum vor. Anwesend waren neben Vertretern der Stadt Bad Herrenalb, die Leitung des Versorgungsmanagements der AOK Nordschwarzwald, niedergelassene Mediziner aus den Landkreisen Calw und Karlsruhe, sowie Mitarbeiter und Patienten der Celenus Klinik Bad Herrenalb.

Mit dem Leiter des Supervisions- und Coaching-Dienst der Universität Freiburg konnte ein ausgesprochener Experte im Bereich der psychotherapeutischen Behandlung von Menschen mit Migrationshintergrund für einen Grundsatzvortrag „Menschen mit Migrationshintergrund in der Gesundheitsversorgung – Transkulturelle Aspekte in der Praxis“ gewonnen werden. Er war maßgeblich an der Konzeptentwicklung und Coaching im Jahr 2013 beteiligt.

Nach Diskussion und kollegialem Austausch erfolgten die detaillierte Vorstellung der Umsetzung des Programms und die Präsentation der Therapieergebnisse durch Chefarzt Dr. Hans Neustädter. Im Zeitraum von vier Jahren wurden 360 Patienten mit türkischem Migrationshintergrund behandelt, davon 60 % Frauen und 40 % Männer. Schwerpunktmäßig lag das Alter der Patienten zwischen 50 und 65 Jahren. Die durchschnittliche Verweildauer betrug 32,2 Tage.

Von den ersten deutlichen Symptomen bis zum Beginn der Reha vergingen im Durchschnitt über zehn Jahre. Das Wissen um Rehabilitation und Rehabilitationsmöglichkeiten ist bei dem Patientenklientel geringer ausgeprägt. Die Rehabilitation wurde von vielen Patienten häufig erst nach Aufforderung durch Rentenversicherungsträger oder Krankenkassen in Anspruch genommen. Deutlich häufiger fanden sich neben den psychischen Erkrankungen, schwerwiegende körperliche Diagnosen und relevante Funktionseinschränkungen. Dies führte auch dazu, dass der Anteil von Patienten mit lange bestehender Arbeitsunfähigkeit und der Anteil von Patienten mit einer erheblichen Leistungsminderung deutlich höher war.

Als positiv ist festzustellen, dass die Ergebnisse bei der Patientengruppe im integrierten transkulturellen Programm mit anderen Rehabilitanden-Gruppen vergleichbar sind. Die Mitarbeiter im transkulturellen Bereich stellten sich anschließend den Fragen des sehr interessierten Auditoriums. Insgesamt waren aus unterschiedlichen Bereichen der Therapie und Medizin über 50 Teilnehmer anwesend. Die erreichten und dargestellten Ergebnisse wurden als sehr beeindruckend wahrgenommen. Eine Reihe von Teilnehmern regte eine umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung des Programms an.