Klinik Bad Herrenalb

03|12 Bedeutung der Reha-Kliniken für die Region:

Gruppenbild


Rentendiskussion auf hohem Niveau: die
Lauterbader Runde mit dem
Parlamentarischen Staatssekretär Hans-
Joachim Fuchtel (Mitte), dem
stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden
der AOK Baden-Württemberg, Siegmar

Nesch aus Eutingen (Dritter von links),
DRV-Präsident Dr. Herbert Rische
(Sechster von links), Hubert
Seiter
(Erster Direktor der RV Baden-
Württemberg), Oberbürgermeister Julian
Oswald und IHK-Hauptgeschäftsführer
Martin Keppler.

Fuchtel: Gesundheitsmarkt wird lebendiger / Demografische Entwicklung bietet Branche neue Ansätze / Erstmals AOK-Landesebene dabei / Rückert und Osswald unterstreichen Stellenwert

 

Freudenstadt-Lauterbad / Calw (k-w). Gesundheitsvorsorge und Rehabilitation werden wichtigste „Beiboote für den Arbeitsmarkt der Zukunft“ sein. Darauf wies der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel zum Abschluss der Lauterbader Runde in Freudenstadt hin. Bereits zum 6. Mal trafen sich sämtliche Vertreter der Reha-Kliniken aus dem Nordschwarzwald mit der Spitze der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bund und der Rentenversicherung Baden-Württemberg. Erstmals nahm mit Siegmar Nesch ein Vorstandsmitglied der AOK Baden-Württemberg teil.

 

Nesch forderte wechselseitige Hilfestellung, um die Versorgungsstrukturen weiterentwickeln zu können und zeigte weitere Gesprächsbereitschaft. Er begrüßte ausdrücklich den konstruktiven Austausch der Lauterbader Runde. Auf Initiative des Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel ist aus der kleinen Anfangsrunde mit Präsident Dr. Herbert Rische und Direktor Hubert Seiter ein „aussagekräftiges Team“ gewachsen, das mit Branchenvertretern einmal im Jahr die wichtigsten Reha-Fragen erörtert. In der diesjährigen vierstündigen Debatte kamen die Sorgen der Region nicht zu kurz. Vor allem wurde aber auch die Bedeutung der Reha-Einrichtungen für die Region deutlich.

 

Nicht zuletzt zeige das starke Interesse an der Lauterbader Runde, an der über 30 Klinik-Vertreter teilnahmen, dass die Themen angesichts der demografischen Entwicklung zunehmend an Bedeutung gewinnen, betonte Oberbürgermeister Julian Osswald. Das Stadtoberhaupt signalisierte großes Interesse an der Weiterentwicklung der Region als Gesundheitsregion. Die klassische Kur habe zwar an Bedeutung verloren, doch rücke die Vorsorge stärker in den Fokus der Übernachtungen.

 

Auch Landrat Dr. Klaus Michael Rückert sieht die klassische Kur zunehmend unter Druck. Umso wichtiger sei, mit den Entscheidungsträgern im Gespräch zu bleiben. „Doch wenn der Parlamentarische Staatssekretär uns mit den Reha-Chefs an einen Tisch holt, habe ich keine Sorge um die Zukunft“, betonte Rückert. Der Landrat stellte bald schon Ergebnisse der Kreis-Gesundheitskonferenz in Aussicht.

 

Der Mittelstand erkenne, wie wichtig die Entwicklung der Gesundheitsbranche sei, warf Klaus Krebs, Geschäftsführer des Berufsförderungswerks Schömberg, in die Diskussion ein. IHK-Hauptgeschäftsführer Martin Keppler ermunterte die Reha-Branche, Netzwerke zu bilden, um die Akteure zusammenzuführen. Mit der demografischen Entwicklung werde die Region vor neue Herausforderungen wie Fachkräftemangel, ärztliche Versorgung und Strukturprobleme stehen.

 

Die Bewusstseinsentwicklung schreite nicht so rasch voran wie die Wirklichkeit, betonte Staatssekretär Fuchtel, der die IHK noch intensiver mit der Reha-Branche verknüpft sehe möchte. Der Gesundheitsmarkt werde lebendiger, weshalb man sich frühzeitig Gedanken machen müsse. Im Nordschwarzwald sei ein umfangreiches Wissen vorhanden.

 

Hubert Seiter forderte, mit entsprechenden Angeboten auf die demografische Entwicklung zu reagieren. Schließlich sei Prävention die „beste Art, Menschen länger im Arbeitsleben zu halten“. Selbst die Reiseanbieter würden erkennen, wie wichtig die Gesundheitsbranche sei, betonte Stadträtin Carola Broermann.
Gerade die kleineren Einrichtungen könnten schneller auf die Herausforderungen reagieren, machte DRV-Präsident Rische Mut, den großen Anbietern Paroli zu bieten. Der Bedarf für Prävention werde vor dem Hintergrund alternder Belegschaften steigen, weshalb die medizinisch-berufliche Reha einen hohen Stellenwert einnehmen werde.


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